22/07/2024
Spiele der Erwachsenen – Das Spiel „Zwickmühle“ (nach Eric Berne)
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In diesem neuen Video erklären wir, wie das Spiel „Zwickmühle“ tatsächlich abläuft, welche ungesunden Verhaltensmuster es in diesem Spiel zwischen Menschen gibt und welche Dynamiken daraus entstehen. Kennen Sie dieses Spiel bereits und haben Sie selbst solche Erfahrungen gemacht? Um diese „Spiele der Erwachsenen“ besser zu verdeutlichen und um aufzuzeigen, was dahintersteckt, nehme ich Bezug auf das Buch des bekannten Psychiaters Eric Berne: Spiele der Erwachsenen.
Klicken Sie auf den nachfolgenden Link, um sich unser Video jetzt gleich anzusehen: https://youtu.be/qrSYozjLPgQ
Vieles von dem, was im Alltag gesagt wird, kann man auf unterschiedliche Weise wahrnehmen (hören). Dies wird dann in der Regel von den Zuhörenden bzw. anwesenden Personen interpretiert. Diese Interpretation hängt unter anderem von der Beziehung zur anderen Person, den eigenen Zielen und den Absichten (Beweggründe und Zweck des Zuhörens) zusammen.
1. Ich kann das Gesagte sachlich auf den Inhalt prüfen und verstehen, ohne jegliche bewusste oder unbewusste Intentionen. (Es geht um die reine Information. Ich höre interessiert zu.)
2. Hinter dem Gespräch verstecken sich unterschiedliche Interessen. Das Gespräch soll einem Ziel, einem Zweck dienen. Dies kann offenkundig sein oder auch im Verborgenen liegen. Es kann den Gesprächspartnern bewusst sein oder auch unbewusst ablaufen. (Die Frage ist, was steckt wirklich dahinter.)
Die zweite Variante bietet viele Interpretationsmöglichkeiten. Ich kann Dinge (das Gesagte) bewusst oder unbewusst überhören. Ich kann das Gesagte bewusst oder auch unbewusst fehlinterpretieren. Ich lege mir das Gesagte passend zurecht. Je nachdem, wie es meinen Zielen oder Absichten dienlich ist.
Ich kann etwas für „bare Münze“ annehmen, obwohl ich genau weiß, dass es anders gemeint war. So kann ich jemanden in eine schwierige Lage bringen (Schuldgefühle wecken, emotional erpressen oder auch unter Druck setzen). Das kann unterschiedliche Reaktionen (emotional aufbrausend, Wut, schlechtes Gewissen) zur Folge haben, was wiederum für die nächsten Schritte verwendet werden kann.
Ich kann auch auf bewusste oder unbewusste Weise ein Thema ansprechen, dass bei der anderen Person ein negatives Gefühl oder ein negatives Verhalten auslöst. Dieses vermeintliche Fehlverhalten kann ich nach Belieben für meine eigenen Ziele verwenden.
Natürlich kann man seine Aktionen oder Reaktionen, also die Transaktionen, wie sie Eric Berne beschreibt, auch positiv oder zum Vergnügen aller Beteiligten durchführen. Zum Beispiel Zweideutigkeiten überspitzen oder sich auch gegenseitig ein wenig aufziehen/necken. Dies sollte immer mit dem nötigen Respekt geschehen und besonders auf die Bedürfnisse bzw. Persönlichkeit abgestimmt sein.
Die meisten Spiele dienen einem bestimmten Zweck, einem Ziel oder sollen eine bestimmte Erwartungshaltung erfüllen.
Hinter den verschiedenen Gründen für ein Spiel steckt die Befriedigung von Bedürfnissen bzw. der Mangel an z. B. Sicherheit, Anerkennung, Liebe, Macht/Einfluss, Zugehörigkeit usw.
Daher gibt es meistens einen bestimmten Ablauf des Spiels:
1. Bewusster oder unbewusster Spielgewinn (Vorteil, Nutzen, Befriedigung).
2. Initiation des Spiels (Einleitendes Gespräch/Transaktion/Interaktion bzw. Gesprächsthema), Aktion/Stimulus (in eine attraktive Falle locken).
3. Reaktion – Eingehen oder Interesse (oft unbewusst) am Spiel (eigener Gewinn).
4. Möglicher Rollentausch/Wechsel (Verfolger/Täter – Retter/Beschützer – Opfer/Leidtragender).
5. Augenblick der Verwirrung (Perplexität, Überraschung) = Spielgewinn.
6. Gewinn einstreichen (Hände reiben, im Versteckten darüber freuen).
Ich möchte das am Spiel „Zwickmühle“ verdeutlichen. Ich bringe jemanden in eine Situation, in der er oder sie moralisch oder emotional gefangen wird.
Ehepaar/Partnerschaft:
1. Frau schlägt ihrem Mann vor, schön auszugehen (Kino, Theater, Essen).
2. Mann stimmt dem Vorschlag zu.
3. Frau unterläuft ein „unbewusster“ Lapsus. Sie spricht ein Thema an, dass dem Mann unangenehm ist (z. B. Reparaturen am Haus). Sie weiß, dass aktuell nicht genügend finanzielle Reserven dafür vorhanden sind.
4. Der Mann wird wütend („überzogen wütend“), weil er ihr schon einige Male gesagt hat, dass es nicht geht und erst die notwendigen Gelder angespart werden müssen. Der Mann ist hauptsächlich für das Haushaltseinkommen verantwortlich. Er fühlt sich angegriffen. Sehr ungünstiger Zeitpunkt, um jetzt schön auszugehen. Also löst diese Situation eine unfreundliche Reaktion aus.
5. Alternativ, kann auch der Mann bewusst oder unbewusst das Thema Haus aufgreifen und bietet der Frau eine nicht abzulehnende Steilvorlage. Die Frau springt darauf an und die Reaktion folgt…
6. Die Frau ist jetzt beleidigt und droht damit, mit dem Mann nicht mehr ausgehen zu wollen. Er solle doch allein gehen.
7. Der Mann nimmt die Aussage für „bare Münze“: „Wenn du meinst, dann gehe ich eben allein.“
8. So können beide das machen, was im Verborgenen lag. Frau kann gekränkt allein bleiben und kann so direkt oder indirekt der „Gefahr“ von Intimität aus dem Weg gehen. (Ein schöner gemeinsamer romantischer Abend = S*x)
Der Mann kann allein oder mit Freunden in eine Bar gehen und „Spaß“ haben. Damit bestätigt er sich selbst seine Erwartung, dass seine Frau sowieso nicht will.
Auflösung:
Bewusstsein des Spiels
- Beide wissen um die Besonderheiten, die emotionalen Reaktionen sowie die Bedürfnisse des anderen, indem sie aktiv und offen darüber sprechen. Dadurch können Missverständnisse, der Tritt in einen „emotionalen Fettnapf“ und Kränkungen/Abwertungen vermieden werden.
- Versöhnlicher und verständnisvoller Umgang miteinander. Respekt und Akzeptanz für den anderen, dessen Eigenheiten und aktuelle Bedürfnisse.
- Sich darüber bewusst sein, was man an dem anderen liebt und was einen mit dem anderen verbindet, statt fortlaufend die Schwächen, die Macken und Unzulänglichkeiten des anderen anzuprangern.
- Verantwortung für die eigenen Handlungen, das eigene Verhalten und die damit verbundenen Ergebnisse übernehmen. (Schuldzuweisungen vermeiden und sich an die eigene „Nase fassen“).
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