14/06/2023
(KPH/CK) Aktuelles aus dem Wareswald
Die letzten beiden Grabungswochen im Vicus Wareswald verliefen sehr erfolgreich. In gerade einmal 2,20 Meter Entfernung zum sog. Tempel 2, der in den letzten beiden Grabungsperioden in großen Teilen ausgegraben werden konnte u.a. unter tätiger Mithilfe von Studenten der State University of Georgia, Kennesaw, unter Leitung von Prof. Philip Kiernan, konnte ein weiterer kleiner Bau aufgedeckt werden, der die Ausmaße von ca. 3,10 m x 2,40 m besitzt. An der Außenkante konnten 4 eiserne Lanzenspitzen geborgen werden, die als Opfergaben anzusehen sind. Im Inneren des Baues wurde zudem ein Lederbesatz in Form einer aufgespannten Rinderhaut gefunden, ebenfalls eine Opfergabe sowie ein weiterer Dachziegel mit dem Herstellerstempel des Sabellus. An der Stirnseite der Mauer war ein großer sorgfältig behauener Kalkstein gesetzt, der den Eingang im Nordosten flankiert. Lage, Form und die gemachten Funde sprechen eindeutig für einen kleineren Kultbau.
Die eisernen Lanzenspitzen und der Lederbesatz aus Bronze wurden in die Restaurierungswerkstatt des Landesdenkmalamtes des Saarlandes eingeliefert, wo sie fachgerecht restauriert werden. Bald fertig wird die Restaurierung eines sog. Zahneisens, dem Werkzeug eines Steinmetzen aus dem Wareswald. Erst durch die Arbeit der Spezialisten in der Restauratorenwerkstatt des Landesdenkmalamtes kamen Form und Funktion des Stückes zum Vorschein. Vielen Dank an Nicole Kasparek, Leiterin der Werkstatt und Ralf Schirra.