06/12/2024
Systemsprenger
Das schwarze Schaf
Schwarze Schafe sind toll. Sie sind wunderschön.
Versteht mich richtig... ich mag auch weiße Schafe.
Aber, die „Anderen“ sind die, die ich grundsätzlich mit großer Liebe und tiefem Verständnis anschaue.
Das ist einfach nur ein Sinnbild.
Ein Sinnbild für das „anders sein“.
Die armen Schafe können ja nix für.
Aber, so wie sie sich ihre Farbe nicht bewusst aussuchen, so suchen wir uns auch nicht bewusst aus, wie unser Kern, unser Antrieb, unsere Essenz funktioniert.
Hochsensibilität, Emotionalität, Intelligenz... um nur einige der Anlagen zu benennen, die ganz individuell in ihrer Ausprägung sein können.
Wenn wir nicht ins System passen, sind wir anders.
Dennoch neigen wir alle dazu, unbewusst Systeme zu leben.
Alles hier ist System.
Ich sehe, erlebe, spüre immer wieder Menschen, die sich krampfhaft gegen etwas entscheiden, quer stehen, und dann aber, ohne es zu merken, die Gegenseite füttern.
Selbst wenn wir ein System von uns weisen, laufen darunter weitere Systeme, die uns nicht bewusst sind. Auch ein NEIN ist ein System.
Folglich, sind wir alle einfach Schafe, ob weiß oder schwarz, ganz egal.
Auch die schwarzen haben „Dreck im Fell“, es fällt nur nicht so sehr auf, da die Kruste von „ich durchschaue ja alles und weiß es besser“ die nächsten Ebenen der laufenden Systeme ganz gut kaschiert und überdeckt. (Vorsicht – Schatten Hochmut).
Ich nehme mich da mit rein, denn den Schatten Hochmut kenne ich sehr gut. Und ich brauchte lange, um ihn im Kern zu verstehen.
Hochmut ist der Keim der Intoleranz, der Verurteilung, des Hasses.
Hier sähen wir die Samen der Trennung.
Wir trennen... die Anderen, die Fremden, die Queren, die Völker, die Länder, die Kulturen, die Parteien, die da oben, letztendlich die Feinde.
Anmerkung – mein Feind ist auf seelischer Ebene mein bester Freund, denn er lehrt mich Akzeptanz.
Sehr spannend auch, wenn Anders-Denkende die Anders-Denkenden verurteilen... :-)
Und... wir lassen uns vor Karren spannen, benutzen, manipulieren.
Ob hier, ob da.
Durch Trennung werden wir instrumentalisiert.
Beschäftigt.
Um die wahren Antriebskräfte zu überdecken.
Hass ist Brot und Spiele, Zuckerkuchen fürs Volk.
Ich kann laufende Systeme erkennen. Wer meine Seelenlegungen kennt, weiß ungefähr was ich meine.
Ich sehe Antriebskräfte, Wiederholungsschleifen, festgefahrene Muster, Strukturen, die Abfolge von Aktion – Reaktion... wie wir eben funktionieren.
Was wollen wir alle?
Leicht sein.
Unbelastet sein.
Frei sein.
Ein Systemsprenger ist ein Mensch, der Muster durchbricht.
Aber bitte nicht, um dafür andere Muster zu kreieren.
Gestern hatte ich eine große Einsicht.
Ich möchte mich vor GAR KEINEN KARREN spannen lassen.
Und, das ist KEINE Neutralität.
Ich möchte helfen, unterstützen, habe eine klare Position.
Aber, es ist einfach meine Position.
Ich möchte meinen Raum einnehmen, und klar und bewusst entscheiden, wo ich stehe, für was ich stehe, was ich menschlich für wichtig halte.
Ich wünsche mir eine Zukunft für meine Kinder.
Eine gesunde Erde.
Achtsamkeit und Toleranz allem und jedem gegenüber.
Ich wünsche mir Verbundenheit.
Ich wünsche mir Liebe.
Anstoß meiner Gedanken war eine Diskussion, und eine Dokumentation auf ARTE über J.R.R Tolkien, gestern Abend.
Ich habe viel gelernt.
Wer „Herr der Ringe“ ( das prägendste Buch meiner Jugend) liebt, dem sei diese Doku wärmstens empfohlen.
Tolkien: die wahre Geschichte der Ringe.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
Vielleicht sollten wir einfach aufhören, die weißen oder die schwarzen Schafe zu bevorzugen.
Vielleicht sollten wir aufhören, nach Äußerlichkeiten zu kategorisieren.
Vielleicht sollten wir statt dessen erkennen, dass jedes Schaf ganz tief im Innen bunt ist, und alle Farben des Spektrums reflektieren kann.
Vielleicht sollten wir lernen, dem Kern aller Möglichkeiten Raum zu lassen.
In meiner Jugend schrieb ich einmal einen Text, über eine schwarze Seele, auf deren Grund alle Farben dieser Welt um die Wette leuchteten.
Genau das.
Vielleicht.
Und, denkt daran...
Freiheit beginnt im Kopf
Frieden beginnt im Herzen
Wir können das große, laufende System nicht brechen. Es muss von ganz alleine kaputt gehen.
Das System kann uns brechen – zumindest teilweise, im Außen.
Aber, nicht im Innen.
Mein Kopf, mein Herz, mein Raum, gehört mir alleine.
Ich entscheide, was mich beschäftigt, und was mich berührt.
Wo ich persönlich stehe, entspricht meiner Moralität, meiner Essenz, meinem Kern.
Genau das macht mich zu einem Systemsprenger.
Wo stehst Du, wenn die Welt bricht?