12/09/2017
Als nächstes Projekt folgt die Transkription aller Beschriftungen der Schildbach'schen Holzbibliothek im Auftrag der Stadt Kassel für das Naturkundemuseum im Ottoneum.
http://www.naturkundemuseum-kassel.de/museum/dauerausstellung/sammlungsgeschichte/holzbibliothek.php
Carl Schildbach (1730-1817) stellte 1788 seine damals 400 Bände umfassende 'Holzbibliothek' erstmals der Öffentlichkeit vor. Nach dem Motto 'Ein Baum - ein Buch' hatte er in unzähligen Arbeitsstunden die erste und bis heute an Detailreichtum unübertroffene 'Xylothek' Deutschlands erschaffen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Holzbibliothek
Für jede Baum- oder Strauchart hatte er eine Schatulle aus dessen Holz angefertigt. Den 'Buchrücken' bildet jeweils die Rinde, mit Algen-, Pilz-, Flechten- und Moosbewuchs. Auf dem 'Buchschnitt' finden sich u.a. Informationen zur Nutzung der Pflanze und ihren Bodenansprüchen. Im Inneren der 'Schein-Bücher' wird der Lebenszyklus von der Knospe, über Blüte, Fruchtstand bis zur reifen Frucht präsentiert - vergängliche Teile wurden aus Wachs, Seide oder Papier nachgearbeitet. Auf dem Schiebedeckel finden sich handschriftliche Informationen zur Pflanzen-Herkunft, zur Wuchsform u.v.m vermerkt.
Schildbachs Xylothek erfuhr schon recht bald internationale Bekanntheit, selbst Katharina II., Kaiserin von Russland, versuchte die Sammlung anzukaufen. Sie blieb aber immer in Kassel und gehört heute zu den Schätzen der Kasseler Museumslandschaft.
In der Holzbibliothek ist der forstbotanische Wissensstand des 18. Jahrhunderts repräsentiert. Von den heute noch 530 existierenden Bänden wurden bislang nur einige entziffert. Durch die nun begonnene vollständige Transkription sämtlicher Beschriftungen kann dieses Wissens verfügbar gemacht werden.
Im Rahmen der documenta 13 wurde die Holzbibliothek von dem amerikanischen Künstler Mark Dion in ein Kunstwerk integriert. Ein kurzes Video zeigt die derzeitige Präsentation im Ottoneum:
http://www.art-in-berlin.de/incbmeldvideo.php?id=2486
[Abbildungen mit frdl. Genehmigung des Naturkundemuseums im Ottoneum]