19/02/2026
Ist nicht nur in den Großstädten so
Trotz Mehrwertsteuer-Senkung will jeder vierte Wirt die Preise erhöhen.
Die erhoffte Entlastung kommt bei vielen Gastronomen in Düsseldorf nicht an. Restaurants verlieren Gäste, Umsätze stagnieren oder sinken – während Kosten für Personal, Energie und Wareneinsatz weiter steigen. Die Folge: Viele Betriebe arbeiten am Limit. Manche bereits darüber.
Realität hinter der Steuersenkung
Seit Januar gilt wieder der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf Speisen. Politisch als „Rettungsanker“ verkauft, in der Praxis aber für viele Wirte nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Preise in Restaurants sind nicht gesunken – im Gegenteil: Sie steigen weiter, wenn auch langsamer. Vor allem Desserts, Getränke und Fast-Food-Formate wurden teurer.
Kurz gesagt: Die Steuerentlastung verpufft im operativen Tagesgeschäft – aufgefressen von Lohnkosten, Miete, Energie und Einkaufspreisen.
Branchenvertreter sprechen Klartext:
Nur noch rund jeder fünfte Betrieb bewertet seine Lage als gut. Mehr als ein Drittel bezeichnet die wirtschaftliche Situation als schlecht oder sehr schlecht. Tausende Gastrounternehmen gelten bundesweit als insolvenzgefährdet – Düsseldorf ist da keine Insel der Glückseligen.
Der Mindestlohn steigt, Fachkräfte bleiben knapp, Krankenstände hoch. Gleichzeitig werden Gäste preissensibler, essen seltener auswärts oder teilen sich Gerichte. Das klassische „Mittagsgeschäft“ bröckelt, Abendumsätze sind volatil.
Einzelkämpfer vs. Systemgastronomie
Was sich immer deutlicher zeigt: Die Schere zwischen inhabergeführten Betrieben und Systemgastronomie geht weiter auseinander.
Während Ketten expandieren, verschwinden unabhängige Lokale aus Nebenlagen, Quartieren und Kiezen. Das Stadtbild wird homogener – und austauschbarer.
Was das für Düsseldorf bedeutet
Für die Düsseldorfer Gastronomieszene heißt das:
weniger individuelle Konzepte
mehr standardisierte Formate
höherer Druck auf kleine Cafés, Bistros, Trattorien und Eckkneipen
steigende Fluktuation bei Standorten
Die Gastronomie bleibt in Bewegung, aber nicht unbedingt in die richtige Richtung. Die Frage ist nicht mehr, ob sich die Szene verändert, sondern wie stark und wer übrig bleibt.