10/09/2024
Hier der Artikel zum Post unten 😉
EINGEWÖHNUNG - Die Königsdisziplin der frühen Bildung!
Über 9 Monate baut ein Kind im Bauch der Mutter eine existenzielle und geradezu magische Bindung auf. Dieser bedeutende zwischenmenschliche Prozess wird von den meisten Müttern auch nach der Geburt um weitere 6-12 Monate verlängert, ehe die Frage der Fremdbetreuung im Raum steht. In dieser kostbaren und einzigartigen Zeit entwickelt sich zwischen Eltern und Kind ein mächtiges und für das Überleben des Kindes unverzichtbares Band. Diese kostbare Verbindung bestimmt über die Zukunft des Kindes. Bindung ist der Schlüssel für alles, was wir jemals fühlen, denken und umsetzen werden!
In der Regel nehmen sich Eltern und Kinder also über 1,5 - 2 Jahre (inkl. Schwangerschaft) Zeit, diese elementare Verbindung aufzubauen. Danach entscheiden sich viele Eltern, das Kind in der Krippe einzugewöhnen. Bindung ist auch hier das Stichwort, denn ohne die Bindung zwischen Kind und Erzieher/in kann das Kind weder Geborgenheit, Sicherheit und Liebe empfinden, noch sich gesund und glücklich entwickeln. Während die Eltern jedoch für diesen lebenswichtigen Prozess fast 2 Jahre Zeit hatten, heißt es in den Krippen oft nur 2-4 Wochen!
Schattenseiten
Bei manchen KiTa-Trägern ist es üblich, die freien Krippenplätze schnellstmöglich zu belegen. Die Gründe dafür können unterschiedlicher Natur sein. Wirtschaftliche Interessen, Druck von den Behörden hinsichtlich der Fördergelder, Angst vor den Eltern und dem rechtlichen Platzanspruch, aber auch fehlendes pädagogisches Fachwissen. All diese Gründe haben jedoch den gemeinsamen Preis, dass sie im Widerspruch zu dem stehen, was ein Kind in Punkto Zeit, Individualität und Bindung benötigt.
Hinzu kommen leider auch die eingeschränkten Fähigkeiten einiger pädagogischer Fachkräfte. Aus Mangel an Wissen und Empathie oder auch auf Grund eigener traumatischer Erlebnisse ist es diesen Kollegen/innen oft nicht möglich, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen, zu schützen und entwicklungsgerecht bzw. bindungsorientiert zu befriedigen.
Auch viele sehr kompetente Fachkräfte gewöhnen U3 Kinder im Schnellverfahren ein, da sie den Anweisungen der Kitaleitung (oft aus Angst, Unsicherheit und/oder übertriebener Gehorsamkeit) folge leisten oder weil sie dem Druck des KiTa-Trägers oder der Eltern nicht widerstehen können. Vielleicht auch, weil sie es nicht gelernt haben, die eigenen Werte und die pädagogischen Prinzipien um jeden Preis zu schützen.
Lichtblicke
Es gibt jedoch auch KiTa-Träger und KiTa-Fachkräfte, die bereits erkannt haben, dass die Eingewöhnung der U3 Kinder die absolute Königsdisziplin in Punkto Bildung und Erziehung ist. Diese Alltagshelden lassen sich von wirtschaftlichen, organisatorischen oder persönlichen Gründen nicht davon abbringen, den Kindern die Zeit, die Geduld und die Geborgenheit zu geben, die sie für eine gesunde und glückliche Entwicklung benötigen. In solchen KiTas ist das Eingewöhnungskonzept nicht nur eine nette Hochglanzbroschüre, um Eltern zu beeindrucken, sondern hier wird der Prozess der Bindung gelebt. Verantwortungsvolle Träger arbeiten hier Hand in Hand mit emphatischen, geduldigen und liebevollen Pädagogen/innen. Eltern werden intensiv begleitet, beraten, unterstützt und bestärkt. Die Kinder haben über viele Wochen die Möglichkeit in ihrem eigenen Tempo anzukommen. Besonders verantwortungsvolle Kitas sind auch jederzeit bereit, die Eingewöhnungen vor allem dann abzubrechen, wenn das Kind den elterlichen Schutzraum noch nicht verlassen möchte, sprich, noch nicht bereit ist für die Krippe. Besonders in solchen Momenten brauchen die Eltern eine professionelle, erfahrene und einfühlsame päd. Fachkraft an ihrer Seite, ….eine Fachkraft mit dem Rückhalt des Trägers und verantwortungsvollen Rahmenbedingungen.
Das PROBLEM mit den Rahmenbedingungen
Besondere Sorgen mache ich mir derzeit um die überlasteten Kolleginnen und Kollegen. Diese leiden nicht nur unter der wachsenden Überbelegung der Gruppen und dem häufigen alleine arbeiten, sondern auch unter dem Personalmangel, den fehlenden Vorbereitungszeit, dem geringen Fortbildungsbudget, den Eltern die ihre kranken Kinder in die Kita bringen, den vielen Konflikten im Team und mit den Eltern, der fehlenden Freistellung der Leitung, den nicht vorhandenen Inklusionsfachkräften für Kinder mit auffälligen Verhalten oder Förderbedarf, dem oft schlechten oder veralteten Mobiliar, fehlender Schallschutz oder zu kleinen bzw. fehlenden Räumlichkeiten … und und und! Die Liste ist unendlich!
Fakt ist: Gesunde Rahmenbedingungen in unseren Kitas ermöglichen es den Erziehern/innen einen GUTEN Job zu machen. Nur so können sie den Bildungsauftrag umsetzten, Kinderrechte schützen, den eigenen pädagogischen Ansprüchen gerecht werden und den Kindern die schönste Kindheit auf Erden gewährleisten.
Und jetzt?
Unsere Aufgabe als Bildungsexperten und Kinderbeschützer ist es jetzt mit den Eltern, den Kita-Trägern, Jugendämtern und Ministerien in den Dialog zu treten. Nur gemeinsam können wir etwas verändern.
Ihr braucht Hilfe und Unterstützung? Kein Problem!
Wir sind für euch da! - www.heldentaten-akademie.de