09/08/2018
Wir danken für die Kommentare und Diskussion und möchten kurz klarstellen, um was es hier geht: Menschen, die aufgrund einer Fluchtgeschichte eine dauerhafte Bleibe in Deutschland gefunden haben, sollen und müssen sich am Erwerbsleben beteiligen. Gesellschaftliche Integration setzt berufliche Integration und den Erwerb eines eigenen Einkommens voraus. Ohne Beruf und Einkommen drohen gesellschaftliche Isolation, Parallelgesellschaften und auch damit einhergehende soziale Devianz und Belastung der Sozialsysteme bis hin zur Kriminalität. Mit berufsbezogener psychologischer Diagnostik ist es möglich herauszufinden, in welchem Berufsbereich sich ein Mensch, der bisher keine mit dem deutschen System vergleichbare Berufsqualifikation besitzt, entwickeln kann. Es geht also darum, die Verlässlichkeit und die Geschwindigkeit der beruflichen Integration jener Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind und dauerhaft bleiben werden (und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) zu erhöhen und ungewollte Begleiterscheinungen der Migration durch bestpassende Ausbildung und Beschäftigung zu verhindern. Diese Diagnostik ist unser Job und unsere Kompetenz. Dass wir es hier darstellen oder „bewerben“ dient einem Ziel: der schnellen und flächendeckenden Feststellung berufsbezogener Kompetenzen der migrierten Menschen, um eine nachhaltige Integration in das Arbeitsleben zu unterstützen. Und ja, die Leistung wird gewerblich angeboten und kostet Geld, denn Entwicklung, Pflege und Betrieb einer solchen Lösung sind sehr aufwändig. Dazu stehen wir. Und noch etwas stimmt: Die umfangreich und bundesweit vorliegenden Daten zeigen tatsächlich, dass das in den aktuellen Migrationskohorten zu erwartende berufsrelevante Qualifizierungsniveau deutlich geringer ist als das, was seitens der politischen Akteure bisher behauptet wurde – zu weit überwiegendem Teil liegen berufsrelevante Erfolgsvoraussetzungen der bisher getesteten Migranten-Stichproben weit unterhalb des repräsentativen deutschen Bevölkerungsdurchschnitts. Insbesondere der Umgang mit zahlengebundenen Inhalten wie z.B. Kopfrechnen sind weit unterdurchschnittlich ausgeprägt (vgl. Artikel hierzu in der FAZ vom 19.03.2018). Diese Informationen sind wichtig, denn sie helfen, Qualifizierungsbedarfe zu identifizieren und Erwartungen an die Geschwindigkeit der Berufsintegration realistisch zu beurteilen und die Diskussion der arbeitsmarktlichen Integration durch Datenlage zu versachlichen. Und trotz der durchschnittlich geringen Leistungsergebnisse ist eine individuelle Messung wichtig – nur so lassen sich Talente entdecken, direkt beruflich integrieren oder Qualifizierungsanstrengungen zweckdienlich ausrichten. Dafür steht unsere Diagnostik – sie ist nicht politisch sondern will helfen, das aktuell drängendste Problem unserer Gesellschaft zu lösen.