16/10/2026
„Ich warte, bis ich mir sicher bin.“
Diesen Satz hörte ich neulich von einem Geschäftsführer. Fast ein wenig betreten.
Sein Thema: Ein Mitarbeiter, seit zwölf Jahren im Unternehmen. Ein guter Handwerker – aber in seiner Funktion seit Jahren am Limit.
Er hatte alles versucht: Gespräche, Weiterbildung, eine neue Rolle, noch ein Gespräch. Nach jedem Versuch dachte er: Jetzt habe ich es ihm noch einmal leicht gemacht. Jetzt klappt es.
Es klappte nicht.
Je länger er wartete, desto schwerer fiel ihm die Entscheidung. Denn mit jedem Jahr wächst auch die persönliche Nähe. Und die macht es nicht leichter, klare Konsequenzen zu ziehen.
Was er brauchte, war kein weiterer Versuch. Er brauchte Klarheit darüber, was bis wann passieren muss.
Ich nenne das den Decision Point – den Entscheidungspunkt.
Die Idee ist einfach: Du legst vorher, mit klarem Kopf, drei Dinge fest:
▪️ Was muss sich ändern oder erreicht werden?
▪️ Bis wann muss das geschehen?
▪️ Was passiert, wenn das Ziel nicht erreicht wird?
Das funktioniert nicht nur bei Mitarbeitern.
▪️ Neues Produkt: Wenn es in sechs Monaten nicht den geplanten Umsatz erreicht, stellen wir es ein.
▪️ Subunternehmer: Wenn unsere Vereinbarungen bis zum Quartalsende nicht erfüllt werden, beenden wir die Zusammenarbeit.
▪️ Materialkosten: Wenn sie weiter steigen, kalkulieren wir unsere Kleinaufträge neu.
Besonders wichtig wird das, wenn mehrere Führungskräfte entscheiden. Dann gehören Erwartungen, Stichtage und Konsequenzen vorher gemeinsam auf den Tisch. Sonst entscheidet am Ende jeder nach Bauchgefühl. Der eine großzügig, der andere streng. Mit vorher vereinbarten Regeln herrscht Klarheit. Für alle.
Auch für den betroffenen Mitarbeiter. Er weiß, was von ihm erwartet wird, woran er gemessen wird und was geschieht, wenn sich nichts ändert.
Und du musst nicht bei jedem Gespräch wieder von vorne anfangen. Kein „noch ein Gespräch“. Kein „nach dem Sommer“. Kein „wenn die Auftragslage sich beruhigt“.
Der Decision Point nimmt dir die Entscheidung nicht ab. Er verhindert, dass du sie immer wieder hinausschiebst.
Bei diesem Geschäftsführer hat das funktioniert. Nicht allein, weil ein Termin feststand. Sondern weil er vorher geklärt hatte, was bis dahin passieren musste. Er wusste eigentlich schon lange, was zu tun war. Er hatte es nur nie verbindlich festgelegt.
Vielleicht hast auch du ein Thema, das seit Monaten offensteht.
Dann leg diese Woche deinen Decision Point fest. Ein Ziel. Ein Termin. Eine Konsequenz.