16/12/2020
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Online-Schulungen für Arbeitssicherheit in Subsahara Afrika
Im Rahmen des Projektes Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa war Tanja Neumann, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Glasermeisterin bei Heideglas Uelzen, damit beauftragt, Führungskräfte und Mitarbeitende aus produzierenden und Handwerksbetrieben in Ruanda und Uganda für die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu sensibilisieren. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wurden die ursprünglich als Präsenz-Veranstaltung geplanten Trainings kurzerhand in Online-Meetings umgewandelt. Insgesamt fünf Unternehmen machten von diesem Angebot Gebrauch. Hierzu zählten zwei Textilbetriebe, ein Papierhersteller und eine Möbelmanufaktur aus Ruanda sowie ein Produzent für Plastikartikel aus Uganda. In einem ersten Schritt stellten die teilnehmenden Firmen jeweils ein Arbeitssicherheitsteam zusammen, dessen Mitglieder aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens stammten. Jedem Team wurden zunächst die theoretischen Grundlagen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz vermittelt. Hierzu zählten u.a. die Sicherheitszeichen, die Persönliche Schutzausrüstung sowie der Umgang mit elektrischen Handwerkzeugen. Zur Unterstützung wurden hauptsächlich PowerPoint-Präsentationen sowie Lehr-Videos eingesetzt. Die Teilnehmer*innen wurden allerdings auch selbst tätig, indem sie den Bestand an Sicherheitszeichen in ihrem Unternehmen auf- und ggf. Erweiterungen vornahmen. Darüber hinaus erstellten sie Unterweisungen für die richtige Nutzung, Aufbewahrung und Pflege verschiedener Komponenten der Arbeitsschutzausrüstung, wie beispielsweise Schutzhelme, Gehörschutzstöpsel, Schutzbrillen, Sicherheitshandschuhe und -schuhe, und führten diese im Anschluss an der Belegschaft durch. Die videodokumentieren Unterweisungen wurden dann in der folgenden Unterrichtseinheit gemeinsam besprochen. Darüber hinaus erfolgte eine schriftliche Aufnahme sämtlicher im Unternehmen vorhandener elektrischer Handwerkzeuge. Notwendige Prüfungen wurden geplant, vorbereitet und umgesetzt. Für ausgewählte Werkzeuge wurden außerdem Betriebsanweisungen erstellt, die im Anschluss ggf. in die Muttersprache übersetzt wurden, um eine 100%ige Verständlichkeit sicherzustellen. Darauf aufbauend fanden auch hierfür Unterweisungen der Belegschaft statt. Nach der Vermittlung der theoretischen Inhalte wurden individuelle Gefährdungsbeurteilungen erarbeitet. Dazu erfolgte zunächst eine Strukturierung der Unternehmen nach ihren Aufgabenfeldern und einzelnen Arbeitsschritten. Im Anschluss wurden für jede Tätigkeit mögliche Gefährdungen identifiziert, beurteilt und entsprechende Gegenmaßnahmen abgeleitet, die dann in den jeweiligen Betrieben ihre Umsetzung fanden. Auf diese Weise ermöglichten die Online-Meetings eine sehr individuelle Betreuung jedes einzelnen Unternehmens und eine nachhaltige Umsetzung von Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Durch den intensiven individuellen Kontakt hatte die Zusammenarbeit einen betriebspartnerschaftlichen Charakter. Ergänzend konnte ein Unternehmen sogar von einem gemeinsamen Meeting und Wissensaustausch mit einem deutschen Betrieb aus derselben Branche profitieren.