Matthias Zöller Polizeiseelsorger

Matthias Zöller Polizeiseelsorger Das ist die private Seite von Matthias Zöller, Pastoralreferent und Polizeiseelsorger im Bistum Würzburg.

Was für ein provokanter Satz. Eigentlich widerspricht er allem, was wir täglich erleben. Denn unser Alltag ist geprägt v...
13/08/2026

Was für ein provokanter Satz. Eigentlich widerspricht er allem, was wir täglich erleben. Denn unser Alltag ist geprägt von Tempo.

Schnell noch den Einsatz übernehmen. Schnell den Vorgang fertig schreiben. Schnell zur nächsten Besprechung. Schnell einkaufen. Schnell die Kinder abholen. Schnell noch tanken. Schnell noch die Nachricht beantworten. Immer scheint schon das Nächste auf uns zu warten.

Und gerade im Polizeidienst gehört Eile manchmal dazu. Wenn Menschen Hilfe brauchen, Gefahren abgewehrt oder Leben geschützt werden müssen, ist schnelles und entschlossenes Handeln gefragt. Das ist keine Hektik – das ist Professionalität.

Aber das Sprichwort meint etwas anderes. Es richtet sich nicht gegen notwendige Schnelligkeit. Es stellt vielmehr die Frage, was passiert, wenn Eile zu unserem Dauerzustand wird.

Denn wer ständig unter Zeitdruck lebt, verliert leicht den Blick für das Wesentliche. Man funktioniert nur noch. Hetzt von Aufgabe zu Aufgabe. Ist körperlich zwar immer schon beim Nächsten, gedanklich aber nie ganz im Hier und Jetzt.
Und irgendwann stellt sich dieses Gefühl ein: Egal, wie viel ich schaffe – es reicht nie.

Genau darin könnte der Irrtum liegen.

Nicht alles, was dringend erscheint, ist wirklich wichtig. Nicht jede Erwartung muss erfüllt werden. Nicht jede Lücke im Kalender muss geschlossen werden. Und nicht jede freie Minute braucht schon den nächsten Termin.

Vielleicht ist die eigentliche Stärke nicht, immer schneller zu werden. Vielleicht besteht sie darin, immer wieder bewusst einen Gang herunterzuschalten. Durchzuatmen. Prioritäten neu zu ordnen. Sich Zeit zu nehmen für Menschen, für Gespräche, für Erholung – und für sich selbst.

„Eile ist Irrtum.“
Lass diesen Satz ruhig einmal auf dich wirken. Vielleicht zeigt er dir einen Bereich in deinem Leben, in dem du ständig rennst, obwohl niemand dich jagt. Und vielleicht beginnt genau dort ein Stück mehr Gelassenheit.
-
-
-

Der wichtigste Einsatz dieses Sommers könnte der für dich selbst sein. Denn: im Polizeidienst kümmerst du dich jeden Tag...
06/08/2026

Der wichtigste Einsatz dieses Sommers könnte der für dich selbst sein. Denn: im Polizeidienst kümmerst du dich jeden Tag um andere. Du schützt. Du hilfst. Du schlichtest. Du triffst Entscheidungen unter Druck. Du bist da, wenn andere nicht mehr weiterwissen. Doch wann warst du zuletzt ganz für dich selbst da?

Vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe dieses Sommers. Nicht möglichst viele Kilometer zu fahren. Nicht möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Nicht den perfekten Urlaub zu erleben. Sondern den eigenen Akku endlich mal wieder aufzuladen.

Denn auch dein Streifenwagen fährt nicht unbegrenzt mit leerem Tank. Auch das Funkgerät braucht irgendwann einen geladenen Aikku. Und selbst die beste Schutzausrüstung wird regelmäßig überprüft.

Warum sollten wir glauben, dass das bei uns Menschen anders ist?

Erholung ist kein Luxus. Sie ist auch kein Zeichen von Schwäche. Und sie ist vor allem keine Belohnung für harte Arbeit. Erholung ist eine Investition in deine Gesundheit, deine Beziehungen und deine Zukunft. Sie hilft dir, auch nach vielen Dienstjahren noch aufmerksam, belastbar und vor allem menschlich zu bleiben.

Deshalb: ab in den Urlaub! Ob am Meer, in den Bergen, auf dem Fahrrad, im Garten oder einfach bei einem guten Gespräch – finde den Ort, an dem deine Seele wieder Luft holen kann.

Denn nach dem Urlaub sollst du nicht nur wieder im Dienst sein. Du sollst wieder bei dir selbst angekommen sein.

Stell dir deshalb mal die Frage: Wenn dein Sommer nur eine Aufgabe hätte – was müsste passieren, damit du am Ende sagen kannst: "Das hat mir wirklich gutgetan."

Ich wünsche allen, die Urlaub haben, Tage, die nicht nur den Kalender füllen, sondern das Herz. Und allen, die Dienst leisten: ruhige Schichten und kommt gesund wieder nach Hause.
-
-
-

Leider wirst du im Polizeiberuf immer wieder mit Tod und Sterben konfrontiert. Manche Einsätze lassen sich nicht einfach...
29/07/2026

Leider wirst du im Polizeiberuf immer wieder mit Tod und Sterben konfrontiert. Manche Einsätze lassen sich nicht einfach am Dienstende abschütteln.

Um langfristig gesund zu bleiben, brauchst du Strategien, die dir helfen, mit solchen Erfahrungen umzugehen.

Eine wichtige Hilfe ist eine professionelle Distanz. Das bedeutet nicht, dass dir Schicksale egal sein sollen. Im Gegenteil: Du darfst betroffen sein. Professionelle Distanz heißt vielmehr, trotz deiner Gefühle in deiner Rolle handlungsfähig zu bleiben und deinen Auftrag zu erfüllen. Kleine Rituale – zum Beispiel der bewusste Abschluss eines Dienstes – können helfen, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen.

Ebenso wichtig ist ein starkes Gefühl von Kohärenz. Menschen kommen mit Belastungen besser zurecht, wenn drei Dinge zusammenkommen:
➡️ Ich verstehe, was passiert ist.
➡️ Ich weiß, was ich tun kann.
➡️ Ich erkenne einen Sinn in meinem Handeln – auch wenn ich das Geschehen selbst nicht gutheiße.

Vergiss dabei nicht, auf dich selbst zu achten. Ausreichend Schlaf, Bewegung, gesunde Ernährung und bewusste Auszeiten sind kein Luxus, sondern wichtige Bausteine deiner psychischen Gesundheit. Genieße schöne Momente ganz bewusst. Sie schaffen den nötigen Abstand zu belastenden Einsätzen.

Und noch etwas: Rede darüber. Belastende Eindrücke verschwinden selten, indem man sie verdrängt. Das Gespräch mit Kolleg oder mit professionellen Ansprechpartner aus dem polizeiinternen Netzwerk kann entlasten und helfen, Erlebtes einzuordnen.

Du musst nicht alles mit dir allein ausmachen. Du darfst traurig sein. Du darfst berührt sein. Du darfst Gefühle zeigen. Entscheidend ist nicht, ob dich ein Einsatz bewegt – sondern wie du lernst, gut damit umzugehen.
-
-
-

Für dich ist die Uniform wahrscheinlich mehr als nur Dienstkleidung. Wie eine Rüstung gibt sie dir Halt und schützt dich...
15/07/2026

Für dich ist die Uniform wahrscheinlich mehr als nur Dienstkleidung. Wie eine Rüstung gibt sie dir Halt und schützt dich – gerade in schwierigen Einsätzen.

Vielleicht ziehst du sie deshalb zu Dienstbeginn ganz bewusst an und nach Dienstende ebenso bewusst wieder aus. Das ist vielleicht nur ein kleines Ritual, das dir aber gut helfen kann, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen.

Im Einsatz kann die Uniform wie eine Rüstung wirken. Beleidigungen treffen dich nicht immer persönlich. Belastende Situationen kannst du mit der nötigen professionellen Distanz bewältigen. Die Uniform erinnert dich daran: Du hast jetzt eine Rolle und einen Auftrag.

Diese professionelle Distanz ist wichtig. Sie schützt deine Psyche und hilft dir, auch nach belastenden Einsätzen gesund zu bleiben.

Aber eines darfst du dabei nie vergessen: Unter deiner Uniform schlägt auch das Herz eines Menschen.

Du darfst Gefühle haben. Du darfst betroffen sein. Du darfst mitfühlen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Menschlichkeit.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, beides miteinander zu verbinden: professionell zu handeln – und trotzdem Mensch zu bleiben.

Denn genau darin liegt eine der größten Stärken guter Polizeiarbeit.
-
-
-

Ein Schusswaffengebrauch gehört zu den belastendsten Erfahrungen, die du als Polizist/in erleben musst. Auch die daraus ...
08/07/2026

Ein Schusswaffengebrauch gehört zu den belastendsten Erfahrungen, die du als Polizist/in erleben musst. Auch die daraus resultierenden Maßnahmen und Erfahrungen mit Vorgesetzten/Medien/Staatsanwaltschaft u.v.m. können dich sehr belasten. Es ist wichtig, dass du von Anfang an gut für dich sorgst.

Versuche unmittelbar nach dem Einsatz an einen sicheren und vertrauten Ort (z.B. auf der Dienststelle) zu kommen, wo du Ruhe und Schutz hast, um dich zu beruhigen und zu sammeln.

Nimm deine körperlichen und physischen Bedürfnisse nach Bewegung, Ruhe, frischer Luft, Trinken und Essen wahr und ernst.

Bleibe nicht allein, sonder führe Gespräche mit jemanden, der dich anhören kann und darf (z.B. mit einem/r Polizeizeiseelsorger/in, die auch das Zeugnisverweigerungsrecht haben). Denke auch daran, deine Angehörige zu verständigen.

Bereite dich auf die Vernehmung vor. Versuche das Erlebte zu rekapitulieren und zu strukturieren. Solltest du dir unsicher sein, dann bitte um einen Rechtsbeistand.

In den Tagen nach dem Einsatz nimm dir die Zeit, die du brauchst, um das Erlebte zu verarbeiten. Führe Gespräche mit anderen beteiligten Einsatzkräften, z.B. in einer PSVN-E Nachbesprechung (ACHTUNG: das ist in manchen Bundesländern erst nach Abschluss eines Ermittlungsverfahrens erlaubt).

Hole dir auch Unterstützung und Begleitung durch Psychosoziale Fachkräfte der Polizei (Polizeiseelsorge oder PSD). Reflektiere gut, wann du wieder in den Dienst gehen möchtest. Führe evtl. ein Tagebuch und reflektiere und notiere deine körperliche und psychische Befindlichkeit (wichtig auch in Hinblick auf eine Dienstunfallmeldung).

Eine gute Plattform für den Austausch findest du auch auf der Internetseite: www.schusswaffenerlebnis.de u.a. zu den Themen Dienstunfall, Rechtsbeistand, Versorgungsleistungen, Erfahrungen mit Gerichten und der Staatsanwaltschaft, Umgang mit der Presse, Partnerproblematiken oder ethisch-moralischen Fragen.

Hast du noch Fragen zu diesem Thema, dann melde dich bei mir.
-
-
-

Du trainierst Schießen. Du trainierst Einsatzlagen. Du trainierst Kommunikation und Deeskalation. Aber trainierst du auc...
11/06/2026

Du trainierst Schießen. Du trainierst Einsatzlagen. Du trainierst Kommunikation und Deeskalation. Aber trainierst du auch Erholung?

Der amerikanische Schriftsteller John Steinbeck schrieb einmal:Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.“

Als John Steinbeck diesen Satz schrieb, war das kein Ratschlag eines Wellness-Gurus. Steinbeck schrieb über Menschen, die hart arbeiteten, kämpften und oft an ihre Grenzen gingen. Vielleicht wusste er gerade deshalb: Wer dauerhaft Leistung bringen will, muss auch lernen, sich zu erholen.

Wenn du Polizistin oder Polizist bist, hast du gelernt, mit Stress umzugehen. Du weißt, wie du in unübersichtlichen Situationen einen klaren Kopf behältst. Du weißt, wie du auch unter Druck funktionierst. Du hast gelernt, was im Einsatz wichtig ist.

Aber hast du auch gelernt, dich zu erholen?

Die Frage klingt zunächst seltsam. Denn Erholung scheint etwas zu sein, das von allein passiert. Feierabend. Sofa. Wochenende. Urlaub. Doch so einfach ist es oft nicht.

Viele Einsatzkräfte wissen ziemlich genau, wie sie in den Einsatzmodus kommen. Aber sie wissen erstaunlich wenig darüber, wie sie da wieder herauskommen.

Vielleicht kennst du das auch: Der Dienst ist vorbei, aber in deinem Kopf läuft er weiter. Du bist zu Hause, aber innerlich noch unterwegs.

Dabei ist Erholung keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine Fähigkeit.

Und Fähigkeiten kann man trainieren.

Vielleicht ist es deshalb kein Zeichen von Schwäche, wenn du dir Zeit für Dinge nimmst, die dir guttun. Vielleicht ist es sogar ein Zeichen von Professionalität.

Denn wer dauerhaft Leistung bringen will, muss nicht nur wissen, wie er an seine Grenzen geht. Er muss auch wissen, wie er wieder zurückkommt.

👉 Was hilft dir dabei?
-
-
-

Polizistinnen und Polizisten, aber auch Kolleginnen und Kollegen bei Feuerwehr und Rettungsdienst erleben regelmäßig bel...
06/06/2026

Polizistinnen und Polizisten, aber auch Kolleginnen und Kollegen bei Feuerwehr und Rettungsdienst erleben regelmäßig belastende und anspruchsvolle Einsätze. Situationen, in denen Menschen in existenzieller Not sind – und die manchmal auch für die Einsatzkräfte selbst gefährlich werden.

Für solche Lagen hast du im Laufe deiner Dienstzeit eine gewisse Stressresilienz entwickelt. Du weißt, was zu tun ist. Du funktionierst. Dein Körper schaltet in den Leistungsmodus. Medizinisch gesprochen übernimmt dabei der Sympathikus die Führung – der Teil deines Nervensystems, der dich wach, konzentriert und leistungsfähig macht. Das ist wichtig und hilft dir, auch unter hoher Belastung handlungsfähig zu bleiben.

Aber du kannst nicht immer in diesem Stresszustand bleiben. Das würde dich krank machen.

Dafür gibt es einen natürlichen Gegenspieler: den sogenannten Parasympathikus, auch „Ruhenerv“ genannt. Er sorgt für Entspannung, Regeneration und neue Kraft.
Deshalb ist es für dich als Einsatzkräfte nicht nur wichtig, den Ernstfall zu trainieren. Ebenso wichtig ist es, Erholung zu trainieren und zu wissen, was dir persönlich hilft, wirklich herunterzufahren.

Das Spannende: Jeder Mensch findet auf unterschiedliche Weise in die Ruhe.
Ein guter Hinweis ist die Frage: Wann bist du ganz im Hier und Jetzt? Wann vergisst du die Zeit? Wann kreisen deine Gedanken nicht um den letzten Einsatz oder die Aufgaben von morgen?

Für manche ist es Sport. Für andere Tanzen, Puzzeln, Schrauben am Motorrad oder Zeit in der Natur. Die meisten Menschen finden echte Erholung eher draußen als vor einem Bildschirm.

Beobachte dich einmal bewusst: Was hilft dir, wirklich abzuschalten?
In einem nächsten Post gebe ich dir weitere Anregungen, wie du deinen „Ruhenerv“ aktivieren kannst.
-
-
-

Das Überbringen einer Todesnachricht gehört zu den schwersten Aufgaben im Polizeidienst.Für viele   und   sind solche Ei...
30/05/2026

Das Überbringen einer Todesnachricht gehört zu den schwersten Aufgaben im Polizeidienst.
Für viele und sind solche Einsätze emotional belastend und lange nachwirkend.

Dabei macht es einen großen Unterschied, wie eine Todesnachricht überbracht wird. Für Angehörige kann dieser Moment prägend dafür sein, wie sie mit dem Verlust weiterleben und trauern können.

Deshalb braucht es bei solchen Einsätzen nicht nur Professionalität, sondern auch Menschlichkeit, Ruhe und Mitgefühl – ohne dabei selbst in das Leid hineingezogen zu werden.

Vielleicht fragst du dich:
Wie kann ich eine Todesnachricht würdevoll und empathisch überbringen?
Und wie kann ich gleichzeitig gut auf mich selbst achten?

In diesem Post findest du einige wichtige Hinweise zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung solcher Einsätze.

Übrigens: Es gibt auch eine von der Polizeiseelsorge entwickelte App zum Thema Todesnachrichtenüberbringung, die du direkt auf dein Handy laden kannst – damit wichtige Hinweise im Einsatz schnell griffbereit sind.
-
-
-

Braucht es Seelsorge in der Polizei?Vielleicht denkst Du: Kirche hat in der Polizei nichts verloren – schließlich gibt’s...
20/05/2026

Braucht es Seelsorge in der Polizei?

Vielleicht denkst Du: Kirche hat in der Polizei nichts verloren – schließlich gibt’s die Trennung von Staat und Kirche. Und außerdem habe ich mit Kirche und Glaube nichts am Hut! Oder: Für Unterstützung gibt es doch Psycholog:innen oder Sozialpädagog:innen, das reicht doch völlig aus.

Klingt erstmal logisch. Und trotzdem greift dieser Gedanke meiner Meinung nach zu kurz.

Denn Seelsorge will mehr, als Dich „fit für den nächsten Einsatz“ zu machen. Sie schaut auf Dich als ganzen Menschen – nicht nur auf Deine Arbeitskraft. Hinter Deiner Uniform steckst Du: mit Stärken und Schwächen, mit Narben und Brüchen, mit Momenten, in denen Du an Grenzen stößt oder auch mal Mist baust.

Seelsorge erinnert Dich: Du bist keine Maschine. Du brauchst manchmal Antworten auf Fragen, die tiefer gehen als Einsatzberichte, Paragraphen oder Taktiken. Fragen nach Sinn, Glück, Hoffnung – und nach dem, was Dich trägt, wenn nichts mehr trägt.

Und genau hier ist Seelsorge anders:
👉 Sie will Dich nicht missionieren.
👉 Sie gibt Dir keine schnellen Rezepte.
👉 Sie hört Dir zu, hält mit Dir aus, begleitet Dich.

Polizeiseelsorge bedeutet: Hinsehen, wo andere wegschauen. Aushalten, wo Worte fehlen. Da sein, wenn’s für Dich schwer wird. Antworten anbieten, die tragfähig sind.

Worum es am Ende geht? Jeden Menschen wertschätzen und bejahen, so wie er ist. Dein Gebenüber im Einsatz - und vor allem dich als Mensch in der Uniform!

Oder anders gesagt: Polizeiseelsorge sagt Dir:
➡️ „Es ist gut, dass Du da bist. Es ist gut, so wie Du bist.“
-
-
-

Es gibt Einsätze, die fallen aus dem Rahmen und du kannst sie nicht so einfach aus der Uniform "schütteln". In der Regel...
07/05/2026

Es gibt Einsätze, die fallen aus dem Rahmen und du kannst sie nicht so einfach aus der Uniform "schütteln". In der Regel sind das Einsätze, in denen du massive Gewalt, Angst und Entsetzen erlebst, zum Beispiel bei einem schweren Verkehrsunfall, einer lebensbedrohlichen Einsatzlage oder nach einem Schusswaffengebrauch. Vielleicht hast du im Nachgang solcher Einsätze Reaktionen an dir beobachtet, die dich irritiert oder verunsichert haben?

Hierbei handelt es sich in der Regel um akute Belastungsreaktionen deines Körpers und deiner Psyche. Beispiele dafür sind z.B. eine große Unruhe, erhöhter Puls, Nervösität, Wut, Schlaflosigkeit, Flashbacks oder Konzentrationsstörungen. Solche Reaktionen können vielfältig sein und lassen sich im kognitiven, emotionalen, körperlichen Bereich oder in einer Verhaltensveränderungen beobachten.

Solche Belastungsreaktionen sind aber medizinisch und psychologisch erklärbar und ganz normal! Es sind Reaktionen unseres Körpers und unserer Psyche nach einer Phase von intensivem Hochstress. Es sind ganz normale Reaktionsweisen auf ein unnormales Ereignis. Nicht du bist unnormal, sondern das, was du erlebt hast und bewältigen musstest ist unnormal. Das Wissen darüber kann dir helfen, das Erlebte besser zu verarbeiten.

Und noch eine gute Nachricht: dein Körper und deine Psyche brauchen zwar ein wenig Zeit (manchmal bis zu vier Wochen), aber eine Erholung ist die Regel!

Deshalb müssen dir solche Belastungsreaktionen keine Angst machen. Beobachte dich gut, bleib sensibel und betreibe eine gute Selbstfürsorge (wie in der vorangegangenen Beiträgen beschrieben). Und wenn du das Gefühl hast, dass es dir auch nach Wochen nicht besser geht, scheue dich nicht, dir Hilfe zu holen!
-
-
-

Adresse

Sedanstraße 52
Würzburg

Telefon

+4915771594121

Webseite

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Matthias Zöller Polizeiseelsorger erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Matthias Zöller Polizeiseelsorger senden:

Verknüpfungen

Teilen

Kategorie