13/08/2026
Was für ein provokanter Satz. Eigentlich widerspricht er allem, was wir täglich erleben. Denn unser Alltag ist geprägt von Tempo.
Schnell noch den Einsatz übernehmen. Schnell den Vorgang fertig schreiben. Schnell zur nächsten Besprechung. Schnell einkaufen. Schnell die Kinder abholen. Schnell noch tanken. Schnell noch die Nachricht beantworten. Immer scheint schon das Nächste auf uns zu warten.
Und gerade im Polizeidienst gehört Eile manchmal dazu. Wenn Menschen Hilfe brauchen, Gefahren abgewehrt oder Leben geschützt werden müssen, ist schnelles und entschlossenes Handeln gefragt. Das ist keine Hektik – das ist Professionalität.
Aber das Sprichwort meint etwas anderes. Es richtet sich nicht gegen notwendige Schnelligkeit. Es stellt vielmehr die Frage, was passiert, wenn Eile zu unserem Dauerzustand wird.
Denn wer ständig unter Zeitdruck lebt, verliert leicht den Blick für das Wesentliche. Man funktioniert nur noch. Hetzt von Aufgabe zu Aufgabe. Ist körperlich zwar immer schon beim Nächsten, gedanklich aber nie ganz im Hier und Jetzt.
Und irgendwann stellt sich dieses Gefühl ein: Egal, wie viel ich schaffe – es reicht nie.
Genau darin könnte der Irrtum liegen.
Nicht alles, was dringend erscheint, ist wirklich wichtig. Nicht jede Erwartung muss erfüllt werden. Nicht jede Lücke im Kalender muss geschlossen werden. Und nicht jede freie Minute braucht schon den nächsten Termin.
Vielleicht ist die eigentliche Stärke nicht, immer schneller zu werden. Vielleicht besteht sie darin, immer wieder bewusst einen Gang herunterzuschalten. Durchzuatmen. Prioritäten neu zu ordnen. Sich Zeit zu nehmen für Menschen, für Gespräche, für Erholung – und für sich selbst.
„Eile ist Irrtum.“
Lass diesen Satz ruhig einmal auf dich wirken. Vielleicht zeigt er dir einen Bereich in deinem Leben, in dem du ständig rennst, obwohl niemand dich jagt. Und vielleicht beginnt genau dort ein Stück mehr Gelassenheit.
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