20/05/2022
HEUTE: ‚W‘ wie Wert
Wer sich ein wenig in der Stresskompetenzarbeit auskennt, weiß um den Zusammenhang zwischen den Stressoren und der individuellen BeWERTung. Erst in dieser Kombination entsteht die -im engeren Sinn- Stressreaktion, also das, was wir gemeinhin ‚Stress‘ nennen.
Das mag im ersten Moment noch logisch, vielleicht sogar einfach klingen. Es ist auch umso einfacher zu handhaben desto klarer mir meine Werte sind.
Es ist allerdings oftmals erstaunlich, wie häufig die widrigen Kleinigkeiten eines Alltags unser Wertesystem tangieren. Würden wir bei einem zu spät kommenden Bus an unser Wertesystem denken? Kann ein gerade nicht auffindbarer Autoschlüssel dieses Gefüge attackieren? Der Stapel der unerledigten Arbeiten auf meinem Schreibtisch? Die schlechte Laune meiner Kollegin? Die Spülmaschine, die plötzlich in ihren Dienst verweigert?
Ja, ja, ja, ja und nochmal ja.
An einigen Stellen ist es uns bewusst, an anderen Stellen eben nicht. Das ist völlig normal. Beschäftige ich mich ernsthaft mit meiner Fähigkeit, mit Alltagsbelastung umzugehen, komme in an meinem Wertesystem nicht vorbei. Es ist oftmals überraschend und immer bereichernd, dieses individuelle Gefüge von Leitlinien selbst erkennen zu können. Wir beginnen uns selbst ganz anders zu verstehen, nicht nur im Stress, aber eben auch dort.
Der Wert dieser Entwicklungsarbeit geht also weit über die Entwicklung von Stresskompetenz hinaus. Das macht ihn -in meinen Augen- besonders wertvoll.
Welche Werte sind für Dine/Ihre Arbeit wichtig?