Ute Baden, Wanfried "Ausschwätzerin mit Herz"

Ute Baden, Wanfried  "Ausschwätzerin mit Herz" Lektorin in der ev. Kirche, Gästeführerin in Wanfried und Hobbymalerin, mit einem Faible für Mär

13/06/2024

Nach etwas mehr als vier Jahren
Kann man es mal wieder teilen.

29/05/2020

Was macht eine "Schwätzerin" im Homeoffice?
Soetwas z. B. :

29/05/2020
Mit diesem Bild aus 2016 fing alles an
29/05/2020

Mit diesem Bild aus 2016 fing alles an

11/04/2020

Die blaue Glocke des Wanfrieder Heimatmuseums

- Nach Wilhelm Pippart –

Kommt nur etwas näher, ich möchte Euch etwas erzählen.
Wir sind ja hier im sogenannten Keudellschen Schloß. Ich sage sogenanntes Keudellsches Schloß, weil es eigentlich kein Schloß sondern ein Gutshof, also ein Bauerhof war. Dieser Bauernhof hat vor langer, langer Zeit einer Familie von Keudell gehört. Das aus dem Bauernhof ein Schloß geworden ist, kann ich mir nur so erklären, dass dieses Haus zum einen von außen sehr hübsch aussieht, mit seiner Fachwerkklinkerfassade und seinem schönen Erker und auch hier drinnen sieht es hochherrschaftlich aus. Ein großes und schönes Treppenhaus mit einer alten Holztreppe und sehr vielenZimmer beherbergt dieses Haus. Aber heute soll es gar nicht um dieses sogenannte Keudellsches Schloß gehen, sondern ich will Euch von dem alten Wanfrieder Heimatmuseum und seiner blauen Wunderblume erzählen.
Vor vielen Jahren war das Museum im Wirtschaftsgebäude neben dem Uckermannschen Handelshof, unserem heutigen Rathaus in der Marktstraße, untergebracht.
Aus dieser Zeit hat mir meine Großmutter eine Geschichte erzählt, von der sie immer behauptet hat, sie hätte sie selbst erlebt.
- Vor den bunten Butzenscheiben des Museums waren weiße Blumenkästen angebracht. Vom Frühjahr bis Herbst leuchtete die herrlichste bunte Blütenpracht, die ihr euch nur vorstellen könnt, in den Rathhaushof hinein. Allein der Blütenduft lockte schon viele Besucher in den Rathaushof und dann auch ins gemütliche Heimatstübchen des Museums.
Der mittlere Blumenkasten, so erzählte meine Großmutter, war immer den schönste. Besonders ins Auge fiel dort die blaue Glockenblume, die ein Geheimnis in sich trug. Meine Großmutter behauptete immer, sie war die Wunderblume des alten Heimatmuseums. Man erzählte sich, wenn man sich in klaren Vollmondnächten der Glockenblume näherte, sie nur allzu gern bereit wäre, dem staunenden und gläubigen Menschenkind ihr Geheimnis zu verraten.
Und so kam es wie es kommen musste, verriet meine Großmutter, mit einem feinen und silberhellen Glockenschlag lockte sie die Neugierigen in ihre Nähe, so auch sie. Es war kurz nach ihrem 13. Geburtstag, ihre Neugier kannte keine Schranken mehr und so ging sie in einer hellen, klaren Vollmondnacht zur blauen Glockenblume. Und tatsächlich, sie konnte von außen durch die Butzenscheiben in die kerzenhelle Heimatstube des Museums blicken.
Wie verzaubert, so meinte meine Großmutter, sah die Stube durch die bunten Butzenscheiben aus.
Plötzlich hatte sie das Gefühl, mitten in die Wanfrieder Geschichte geschubst worden zu sein. Vor ihren Augen wurden die Gegenstände und die Bilder aus längst vergangen Zeiten wieder lebendig.
Bewegung kam in die kleine, alte Stube. Meine Großmutter sah Petrus Paganus, den Dichterfürsten, Hans-Wilhelm Kirchhof, den schreibenden Landsknecht, den gebeutelten Kaufmann Harms, der vom Deckel seiner Goldtruhe erschlagen wurde, die Tochter des Kaufmanns Uckermann, die als graue Dame durchs Wanfrieder Rathaus geistert. Selbst einen verwundeten Soldat von Tillys Truppen, die brandschatzend durch Wanfried zogen, konnte sie sehen. Selbst General Wrangel, ein wichtiger General im 30-jährigen Krieg, schritt mit großen Schritten durch das kleine Stübchen.
Ins Schwärmen geriet meine Großmutter immer, wenn sie von der landgräflichen Familie von Hessen-Wanfried erzählte. Diese hochherrschaftliche Familie, allen voran Charlotte-Amalie, die Fürstin von Siebenbürgen, ließ es sich nicht nehmen, in dieser verzauberten Nacht mit viel Prunk und Pomp, zu erscheinen.
Großmutter wurde nicht müde, mir immer wieder zu versichern, sie hätte sie wirklich alle alle in dieser Nacht gesehen. Sie waren in Gespräche vertieft gewesen, denn man hörte draußen vor dem Fenster lautes Reden, Gemurmel und Gelächter.
Sogar aus noch früheren Zeiten gaben sich Gestalten ein Stelldichein im alten Heimatmuseum. Stellt euch vor, selbst Höhlenbären und Mammute will meine Großmutter gesehen haben. Kelten mit Bronzewaffen, blonde Chattenkinder mit ihren Eltern, die erstmals versuchten, das Land an der Werra urbar zu machen. Bonifatius mit ein paar Mönchen hat sie in jener Nacht gesehen. Es war selbst die Äbtissin Sophie von Gandersheim, die auch hier in Wanfried ein Nonnenkloster gründete, hat sie gesehen.
Immer wieder beteuerte meine Großmutter, alle die in Wanfrieds Geschichte eine Rolle spielten, waren in dieser Vollmondnacht vom silberhellen Glockenschlag der blauen Glockenblume, ins Stübchen des Wanfrieder Heimatmuseums angezogen worden.
Alle hätten in dieser Nacht meiner Großmutter ihre Geschichten erzählt. Traurige und fröhliche, niederschmetternde und hoffnungsgebende Geschichten. Lachen und Weinen hätte sie gleichzeitig gehört. Doch in das nach draußen klingende Stimmengewirr hätten sich noch andere Geräusche gemischt, meinte sie. Das Läuten der nahen St. Veitskirche, das Klingen des alten Schellenbaumes, das Rufen der Jagdhörner, den Gesang der Werraschiffer, auch das Surren von fleißigen Spinnrädern und das gemütliche Brummen eines alten Kachelofens.
Dies alles vernahm meine staunende Großmutter, bis plötzlich die Uhr der St. Veitskirche zwölf schlug – Mitternacht!
Und mit dem letzten Glockenschlag, so erzählte sie, waren sie alle verschwunden. Die Kerzen erloschen und sie konnte nichts mehr durch die buntenButzenscheiben sehen. Aus einer Dachluke flog eine gespenstisch große Fledermaus heraus, die Großmutter wohl sehr erschrocken hatte. Tiefe Nacht war es um sie herum geworden und grabes Stille. Viele dunkle Wolken hatten sich vor den hellen Vollmond geschoben.
Nur die wunderschöne blaue Glockenblume mit ihrem sanften blauen Licht, in dem weißen Blumenkasten vor den Butzenscheiben, zeigte meiner Großmutter den Heimweg.
Euch will sie Wegweiser sein, durch unser jetziges Museum. Auch hier sind viele unbekannte Schätze ausgestellt. Beim Durchgehen erinnert Euch an die Wunder der blauen Glockenblume. Erinnert Euch auch an sie, wenn ihr Euch unser geschichtsträchtiges Städtchen anschaut, auch wenn ihr eine Wanderung durch unsere wirklich märchenhafte Heimat unternehmt.
Denkt an die Geschichte meiner Großmutter, nicht nur in hellen Vollmondnächten! Vielleicht, wenn ihr leise und aufmerksam seid, könnt auch Ihr das silberhelle Klingen der blauen Wunderblume hören.
`s Gänsegretel
Wanfried im Januar 2011

09/04/2020

https://hekaya.de/maerchen/das-ist-wirklich-wahr--andersen_106.html




Bei all den "Geschichten" die im Bezug auf Corona im Netz kursieren, viel mir wieder eine alte Geschichte von Hans Christian Anderesen ein.

»Das ist ja eine schreckliche Geschichte« sagte ein Huhn, und zwar an dem Ende des Dorfes, wo die Geschichte nicht passiert war. »Das ist ja eine schreckliche Geschichte im Hühnerhaus. Ich getraue mich gar nicht, heute nacht allein zu schlafen! Es ist...

26/03/2020

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