09/02/2014
Späteste Weinlese aller Zeiten am Zeller Abtsberg
Trockenbeerenauslese im Februar: Mit 210 Grad Öchsle Rekord-Mostgewicht erzielt
Da der Winter den Winzern bislang nicht die nötigen Temperaturen für Eiswein geliefert hat, wurden jetzt am Zeller Abtsberg 110 Liter Trockenbeerenauslese von einem Spätburgunder gelesen. Mit einem Mostgewicht von 210 Grad Öchsle schafften die Zeller-Abtsberg-Winzer einen Rekord, den Zell-Weierbach schon lange nicht mehr hatte. Mit der Lese am vergangenen Donnerstag war dies außerdem der späteste Zeitpunkt, an dem jemals geherbstet wurde. Aus dem süßen Saft wird nun eine Weißherbst Trockenbeerenauslese ausgebaut. Sie wird voraussichtlich im Herbst in 0,375 Liter-Flaschen auf den Markt kommen.
Zunächst sollte aus den etwa 750 Weinstöcken auf 15 Ar der Winzer Anna und Klaus Schley sowie Josef Basler eine Beerenauslese entstehen, nachdem der Föhn und warmes Wetter im Oktober die Bedingungen dafür begünstigt hatte. Dann kam aber der lange Regen. Die Winzer hofften daraufhin auf einen Eiswein, da um Weihnachten, spätestens im Januar, kalte Temperaturen einen mitteleuropäischen Winter prägen. Aber auch hier war die Hoffnung vergebens. Damit die Trauben dennoch nicht verderben, hat Kellermeister Christian Idelhauser entschieden, dass die restliche Ernte des Herbstes 2013 herein geholt wird. Dies ist bei strahlendem Sonnenschein am Donnerstag gut gelungen.
Der Saft ist abgepresst und ruht nun in einem kleinen Stahltank. Erst in zwei bis drei Wochen wird er anfangen zu gären, denn der hohe Zuckergehalt zögert diesen Gärprozess hinaus. Idelhauser erwartet etwa sieben Volumen Prozent Alkohol. „Mehr gibt es nicht bei dem hohen Zuckergehalt.“ Er zeigt sich überrascht von dem feinen Duft des jetzt geernteten Saftes. „Alles Handarbeit“ erklärt er, denn die kleine Menge ließ sich ohne großen Maschinenaufwand in das kleine Fass bringen. Nach Aussage des Kellermeisters kommt die Trockenbeerenauslese gerade recht, denn die alten Bestände sind bald aufgebraucht. Es gebe immer mehr Weinfreunde, die auf der Suche nach solchen Raritäten seien. „So einen edelsüßen Wein kann man mit etwas Glück auch noch in 50 Jahren genießen.“
Übrigens: Wie der Kellermeister verdeutlicht, handelt es sich eindeutig um einen Wein des Jahrganges 2013 und nicht, wie manch ein Laie glauben könnte, um einen 2014. Der wird gerade mit dem Rebschnitt vorbereitet.