09/10/2025
Die Lage
Was war in den letzten Tagen so los? Vielleicht gibt es im Gaza wirklich bald Frieden. Das wäre toll! Wenn es so wird, hat Europa allerdings wenig dazu beigetragen. Unser Bundeskanzler mit seiner Aussage: „Wir sind nicht mehr im Frieden.“ irritiert mich schon beziehungsweise macht Angst. Ich dachte, es gibt nur Krieg oder Frieden? Vielleicht gibt es noch Burgfrieden, dem aber auch ein Krieg vorausgeht oder den Zustand des Konfliktes, der jedoch auch verschiedene Formen bewaffneter Auseinandersetzung, Bürgerkrieg oder organisierte Kriminalität beinhaltet. Mit seiner Aussage kann ich nichts anfangen. Möglicherweise meint er ja Mobilmachung?
Ehemalige NVA-Soldaten sollen als Reservisten wieder fitgemacht werden. Mensch, Herr Müller von der CDU! Der jüngste dieser Reservisten wäre mindestens 53 Jahre alt und, wenn man davon ausgeht, dass in der DDR eine Offizierslaufbahn vier Jahre Ausbildung bedeutete, wäre ein ehemaliger Offizier bereits 57 Jahre. Ich weiß, dass die alten Männer manchmal fitter als die jungen sind. Aber – das wird doch nix!
Frau Merkel beschwerte sich, dass zum Festakt zum „Tag der deutschen Einheit“ am 3. Oktober kein ostdeutscher Sprecher dabei war. Ganz Unrecht hat sie damit nicht. Auf der Ländermeile konnte man sich präsentieren, so die Aussage der Verantwortlichen. Außerdem sind, laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes „YouGov“, 43 Prozent der ostdeutschen Bevölkerung der Meinung, dass Ost- und Westdeutsche mehr trennt als eint. Ob das mit einem ostdeutschen Sprecher unbedingt besser geworden wäre, weiß man nicht.
Außerdem durfte Frankreichs Staatspräsident Macron reden. Kann man verstehen, denn Paris liegt nur 394 Kilometer von Saarbrücken entfernt, Dresden oder Leipzig 600 km. Von Rostock ganz zu schweigen. Das wäre ein enorm hohes Fahrgeld für die Redner gewesen. Da war der französische Präsident vom Fahrgeld her günstiger.
Man diskutiert, ob man zukünftig Pflegegrad 1 einspart. Ich finde es schäbig, dass man bei den Alten und jetzt Kranken, die dieses Land aufgebaut haben, einsparen will. Der Hintergrund: in den Kassen der Pflegeversicherung fehlen zwei Milliarden Euro, die Einsparung der ersten Pflegestufe, welche 800.000 Bedürftige bekommen, würde 1,8 Milliarden Euro bringen. Das ist aber eine Milchmädchenrechnung. Wenn nur ein Drittel der Bedürftigen aus Pflegegrad 1 in Pflegegrad 2 aufgenommen würden, dann wäre es nur eine Milliarde – Ende nach oben offen.
Tja, und da sind noch die Drohnen. Da eine Drohne und dort eine Drohne. Was ich nicht begreife, ist, warum man die Drohnen nicht einfach abschießt, wenn sie dort fliegen, wo sie nicht hingehören? Ein Tipp für die Leute in München oder Berlin: vielleicht einfach einmal Sören Lange anrufen. Der kennt sich mit Drohnen aus und erstellt mit seinen Drohnen bestimmt ein Drohnenabwehrsystem. Wie gesagt, nur als Tipp.
Es gab noch weitere traurige Nachrichten: Claudia Cardinale ist verstorben. Bei den „Petroleum-Miezen“ 1971 war ich zwei Mal im Kino. Und das große Kino am Postplatz war immer voll. Erst lief der „Augenzeuge“ und dann ging es los – ohne störende Chips oder Popcorn. Meine Freunde standen mehr auf Brigitte Bardot, die in dem Film auch mitspielte, ich eher auf Claudia Cardinale. Obwohl – ich fand beide gut.
Jane Goodall ist im Alter von 91 Jahren ebenfalls verstorben. Der ein oder andere wird sich sicher fragen, wer das ist. Jane Goodall ist die Frau, die nachgewiesen hat, dass Menschen und Schimpansen den gleichen Vater haben und jahrelang mit unseren genetischen Brüdern, den Schimpansen, zusammenlebte. Daher ist für mich „du Affe“ schon lange keine Beschimpfung mehr.
Nun zum Handball und der 3. Liga. Der sechste Spieltag hatte zwei Verlierer – Rostock und leider wir selbst. Wir hatten gegen Hildesheim keine Chance und Rostock verlor das dritte Spiel in Folge 25:26 in Altenholz. Die von vielen Experten als erweiterte Favoriten auf Tabellenplatz eins oder zwei gehandelten Mannschaften stehen nun weit weg von diesen heißbegehrten Plätzen: Rostock steht auf Platz 16, allerdings mit zwei Spielen weniger, und wir nach dem sechsten Spieltag auf dem neunten Platz.
Braunschweig steht ungeschlagen an der Spitze und fertigte auch die zweite von Leipzig mit zwölf Toren ab. Braunschweig und Hildesheim scheinen derzeit die Top-Mannschaften in unserer Liga zu sein. Allerdings ist Altenholz noch dran und hat auch erst zwei Punkte abgegeben. Stark auch die zweiten Mannschaften aus Berlin und Magdeburg. Der SCM II holte den nächsten Punkt in Flensborg und die Füchse schlugen Stralsund 37:33. Stark! Eider-Harde macht uns vor, wie man das bei Söhre handhabt, und gewann 37:28. Hamburg-Barmbek fährt seinen ersten Sieg gegen die HSG Ostsee ein.
Etwas überraschend der Sieg des Oranienburger HC 38:34 in Plauen. Das konnte man so nicht erwarten. Das einzig Positive am sechsten Spieltag war, dass wir 1.220 und damit mit Abstand die meisten Zuschauer in allen Heimspielen in der Erzgebirgshalle hatten.
Was ist zwischen dem sechsten und siebten Spieltag passiert? Mit Sebastian Paraschiv, der im Abschlusstraining vor Eider-Harde umknickte und heute wohl nicht dabei sein wird, gab es weitere Verletzte. Max Mohs und auch Paul Bones befinden sich weiterhin in der Reha. Bei beiden dauert es auch noch ein Stück.
Die Stadtwerke Aue-Bad Schlema sind jetzt auf dem Rücken unserer Spielertrikots. Sie hatten bei unserem Sommerfest an der Verlosung teilgenommen und den Werbeplatz auf dem Trikot gewonnen. Auf der Brust der Erwärmungstrikots ist ebenfalls ein neues Logo zu finden: Arroz Invest; der Sponsorenpartner seit zwei Jahren hat sein Engagement erhöht. Danke an Axel Reis und sein Unternehmen!
Nun zum siebten Spieltag. Wirkliche Überraschungen gab es nicht. Allerdings war Plauen in Braunschweig nah dran. Dort stand es in der 58. Minute 25:24. Am Ende mussten sich die Vogtländer allerdings 27:24 geschlagen geben. Hildesheim gewann gegen DHK Flensborg sicher 40:35.
Im Verfolgerduell setzte sich Stralsund gegen die starke Mannschaft aus Altenholz 32:31 durch. Der TSV Altenholz hat einige junge Spieler aus den Kieler Reihen in seinem Team, unter anderem auch den Sohn des Managers Viktor Szilágyi, Ben Szilágyi. Die zweiten Mannschaften zeigten weiterhin ihre Stärke: die Füchse II gewannen 36:31 in Oranienburg und Magdeburg II zu Hause gegen Hamburg-Barmbek 29:27.
Unser heutiger Gegner hat sich den Frust der letzten drei Niederlagen von der Seele gespielt und Söhre 33:26 geschlagen. Zwischendurch führte man mit zwölf Toren. Die Rostocker sind also zurück. Der Leipziger Handball durchlebt schwierige Zeiten: die zweite verlor bei der HSG Ostsee klar 33:39 und bleibt ohne Punkte Tabellenschlusslicht.
Wir freuen uns über unseren ersten Auswärtssieg, der mehr als verdient war.