23/01/2026
Eine erfrischende und unterhaltsame Präsentation der Thesen von Prof. Dr. Hartmut Rosa, Universität Jena, zum Verschwinden der Spielräume. Die geladenen Kritiker Prof. Dr. Doris Schweitzer und Prof. Dr. Martin Saar, beide Goethe Universität F'furt, hielten sich höflich mit ihren Gegenreden zurück. Die angeführten Beispiele zur Darlegung des Problems der verengenden Spielräume sind eingängig und wir kennen sie alle aus dem Alltag. Dennoch bleibt die Frage: Handelt es sich hier um eine objektive Diagnose unserer Gesellschaft und den Gesellschaften schlechthin oder wird das Empfinden einer subjektiven Ohnmacht beschrieben? Schon der Arbeiter an Henry Fords Fließband hatte keine wesentlichen Spielräume in der Ausführung seiner Tätigkeit. Das hat sich bis heute nicht geändert. Aber selbst beim Thermomix gibt es Gestaltungsspielraum, solange der Mensch die Zutaten auswählt und die Einsatzmengen nach Verfügbarkeit variiert. Das Buch lädt zu Debatte und Nachdenken ein. Und das ist ja wohl der Zweck.