16/04/2026
🚨 Ein Viertel aller Unternehmen verliert Kunden durch Anrufe der Konkurrenz. Doch die Gefahren durch unethisch agierende Wettbewerber reichen viel tiefer.
Eine aktuelle Erhebung des Telefonie-Dienstleisters "Novofon" sollte bei Firmenchefs in Russland (und nicht nur dort) alle Alarmglocken schrillen lassen:
🔍 Ein Viertel verliert Kunden durch Anrufe der Konkurrenz – das sind höchst alarmierende Zahlen!
📉 35 % der befragten Unternehmer beklagen, Kunden durch aggressives Abfangen der Wettbewerber zu verlieren.
⚠️ Jeder zehnte sieht hohe Risiken für Datenlecks über Leadgenerierungs-Plattformen und Werbekonten.
😟 Rund 30% fürchten erhebliche Reputationsschäden durch Abflüsse vertraulicher Kunden- und anderer Daten.
Dass diese Sicherheitslücken dem in den meisten Branchen ohnehin enthemmten Wettbewerb zusätzliche Sprengkraft verleihen, steht außer Frage. Wie in der Weltpolitik drohen rücksichtslose Muskelspiele Gültig- & Wirksamkeit von Recht, Regeln und diplomatischer Gangart zu verdrängen.
Drastischer formuliert: Die Konkurrenz wird immer dreckiger - und krimineller. Vor eindeutig rechtswidrigen Machenschaften schrecken die Holzhammer-Fans im Wettbewerbsumfeld nicht mehr zurück. Dafür müssen diese inzwischen nicht selbst die "weiße Weste" ablegen. Der Hack von Mitarbeiterkonten unliebsamer Rivalen durch angeheuerte Betrüger ist längst akzeptiertes Mittel, um sich im harten Kampf um Kunden und Marktanteile durchzusetzen.
☢️ Die größten Gefahrenquellen laut der Studie:
· Hacking von Mitarbeiterkonten (größte potenzielle Bedrohung)
· Unzuverlässige Mitarbeiter und externe Dienstleister, die Daten gezielt an Konkurrenten weitergeben
· Externe Dienste wie Cloud-Speicher und Plattformen zur Auftragsbearbeitung (hier sehen Experten die größten Sicherheitslücken).
Das alles ist kein rein russisches Problem. Hinsichtlich der massiven IT- und Cybersicherheits-Risiken zeigen sich Unternehmen weltweit erschreckend schlecht gerüstet.
Im Rahmen ihrer internationalen "2025 Cybersecurity Workforce Study" hat die gemeinnützige Mitgliedervereinigung für Cybersicherheitsfachleute (ISC2) insgesamt 16.029 Experten aus der Cybersicherheitsbranche befragt. In Deutschland berichteten 92% (!) der Befragten, mindestens einen schwerwiegenden Cybersicherheitsvorfall aufgrund von Kompetenzdefiziten innerhalb des Teams oder des gesamten Unternehmens erlebt zu haben. Darunter fallen Vorfälle oder Schäden, die durch Sicherheitslücken entstehen – etwa Datenverluste, Cyberangriffe oder Systemausfälle.
Fehlendes Know-how und Kompetenzmängel setzen Deutschland in seiner IT-Sicherheit offenbar noch spürbarer als dem internationalen Durchschnitt zu. So gaben 77% der deutschen Umfrageteilnehmer an, sogar von mehreren ernsthaften inkompetenzbedingten Sicherheitsvorfällen betroffen gewesen zu sein. Global waren es 88 %, die mindestens einen hochriskanten Vorfall beklagten und 69%, die auf mehrere Vorfälle aufgrund Kompetenzlücken verwiesen.
Dass Deutschland zur Fähigkeit, die erforderlichen Kompetenzen in Cybersicherheitsteams abzudecken, laut Untersuchung sogar etwas mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen als im weltweiten Durchschnitt (obwohl Budgetbeschränkungen da sind), wirft unbequeme Fragen auf.
Was tun? In Russland wie international?
Eine Lösungsansatz liegt in einer aktiven und proaktiv umgesetzten Sicherheitsstrategie.
Erste Schritte:
✅ Einstellung eines spezialisierten IT-Sicherheitsbeauftragten
✅ Konsequente Kontrolle von Zugriffsrechten und Prozessen
✅ Sensibilisierung der Mitarbeiter für Datenschutzrisiken.
Um sein Geschäft und sich selbst (Stichwort: ) zu schützen, muss die Informationssicherheit deutlich gestärkt und systemisch gehandhabt werden. Dazu gehören letztlich nicht nur die Einstellung eines spezialisierten IT-Sicherheitsbeauftragten und die Formierung schlagkräftiger Cybersecurity-Teams, sondern auch eine konsequente Führung der eigenen Mitarbeiter.
Und zwar nicht im Sinne von Kontrolle als diktatorische Bevormundung - ein Vorgehen, das Mitarbeiter mehr zur Illoyalität anstiftet als davon abhält -, sondern als Spiel auf mehreren Klaviaturen. Dabei leisten robuste Prozesse, Regeln und nachvollziehbare Sanktionsregime einen ebenso wichtigen Beitrag wie persönlicher Respekt und Unternehmensbindung durch eine Mitarbeiterführung, die Vertrauen, Eigenmotivation und überdurchschnittliches Engagement fördert.
Nur in einem gut geführten Unternehmen zahlen sich Auf- & Ausbau, Updating & Upgrading erforderlicher Cybersicherheitskompetenzen bis zum Anschlag aus - und versickern nicht in Effizienzlöchern. Erst recht bei Firmen, die sich den (durch Headhunter zusätzlich extrem verteuerten) Zukauf externer Spezialisten nicht leisten können - zumal diese auch nicht wie Äpfel an Bäumen wachsen -, lohnt eine in sich stimmige betriebsinterne Kompetenzentwicklung.
Mit strategischer Priorität versehen darf eine solche aber nicht allein in die Zuständigkeit und damit in die meist mageren Budgets üblicher "Personalentwicklung" fallen. Als eine zentrale strategische Maßnahme sind dieser explizite Budgets für die Weiterbildung und Entwicklung von Mitarbeitern, Prozess- und Projektteams zuzuweisen. Zumal ein solcher Ansatz auch unbestrittene Commitment-Wirkung ausstrahlt: So gab jede dritte befragte Person in Deutschland an, durch derartige vertrauensbildende Signale im Sinne des Unternehmenswohls motiviert zu werden.
💡 Fazit:
Datenschutz ist längst mehr als juristische Pflicht und damit keine reine formal abzuhandelnde Compliance-Aufgabe mehr – er ist ein entscheidender Überlebensfaktor. Die Zahlen aus den Umfragen sind mehr als ein lauter Weckruf. Wer heute seine Kundendaten nicht aktiv absichert, spielt verschlagenen Konkurrenten direkt in die Karten. Unternehmen, die hierbei nachlässig sind, verschleudern nicht nur Umsatz und verlieren das Vertrauen ihrer Kunden, sondern im schlimmsten Fall ihre Existenz und eigene, auch persönliche Sicherheit. Nachhaltiger Firmenerfolg ist ohne ganzheitliches, auf verschiedenen Ebenen greifendes unmöglich.
📎 Quellen:
Retail.ru (Russisch), haufe.de (Deutsch)
Wie schätzen Sie die IT-Sicherheit Ihrer Firma ein? Welche Maßnahmen haben Sie und Ihr Team in Ihrem Unternehmen ergriffen, um zu verhindern?
Ihre Erfahrungen in den Kommentaren sind sehr willkommen. 👇
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