08/02/2023
In diesem Artikel lernen Sie einige der beliebtesten Falschschreibweisen im Deutschen kennen – und deren korrekte Schreibung samt Erklärung gleich dazu.
Was denken Sie? Haben die folgenden Wörter etwas gemeinsam? Es sind dies: „Apartheit“, „brilliant“, „Eifelturm“, „Entgeld“, „fröhnen“, „Grafitto“, „Imbus“, „Lapalie“, „Reflektion“, „Resource“, „Schlawittchen“. Ja, sie haben etwas gemeinsam: Es handelt sich nämlich um „sehr beliebte“ Falschschreibungen.
Aber warum sind gerade die aufgeführten Falschschreibungen so häufig? Das ist im Einzelnen schwer zu sagen. Bei einigen könnten fremdsprachliche Pendants mitverantwortlich sein, die fast gleich geschrieben werden wie die deutschen Entsprechungen – als falsche Vorbilder quasi.
So schreibt man im Englischen etwa „brilliant“ mit einem -i- hinter dem Doppel-l, im Deutschen aber nicht. Im Deutschen wiederum schreibt man „Ressource“ mit zwei -s-, im Englischen nur mit einem. Manchmal könnten es auch regionale Aussprachen sein, die falsche Schreibungen nahelegen, beispielsweise im Falle von „Schlafittchen“, das oft „Schlawittchen“ gesprochen wird.
Es kann auch sein, dass nicht klar ist, wovon ein Wort(bestandteil) eigentlich abgeleitet ist. So hätte der „Eiffelturm“ auch sehr gut ein „Bonickhausenturm“ sein können, wenn sein Konstrukteur Alexandre Gustave Bonickhausen dit Eiffel seinen ursprünglichen Namen nicht auf „Eiffel“ hätte kürzen lassen, damit der Name nicht gar so deutsch aussieht. (Und mit der Eifel könnte der Name „Eiffel“ tatsächlich etwas zu tun haben, aber das ist nicht gesichert.)
Die jeweils richtige Schreibung wollen wir Ihnen natürlich auch nicht vorenthalten. Bitte schön: „Apartheid“, „brillant“, „Eiffelturm“, „Entgelt“, „frönen“, „Graffito“, „Inbus®“, „Lappalie“, „Reflexion“, „Ressource“, „Schlafittchen“.
Und warum gerade so? Im Einzelnen:
„Apartheid“ endet auf -d, weil das Suffix im Niederländischen und Afrikaans mit -d geschrieben wird.
Das Adjektiv „brillant“ hat im Deutschen kein -i-, weil es aus dem Französischen entlehnt ist, wo es auch kein -i- hat – und auch nicht im Italienischen („brillante“) und Spanischen („brillante“).
„Eiffelturm“ schreibt man mit zwei -f-, weil der Familienname „Eiffel“ mit zwei -f- geschrieben wird.
„Entgelt“ endet auf -t, weil das Wort vom Verb „entgelten“ abgeleitet ist.
Das Verb „frönen“ hat kein -h-, weil es von „Fron“ kommt, zu althochdeutsch „frōno“ (Besitz der Götter).
„Graffito“ schreibt man mit -ff-, da das Wort aus italienisch „graffito“ (das Gekratzte) entlehnt wurde, zum Verb „graffiare“ (kratzen).
„Inbus®“ wird mit -n- geschrieben, da das Wort eine Abkürzung ist für „Innensechskantschlüssel von Bauer und Schaurte“.
„Lappalie“ schreibt man mit -pp-, da es eine studentensprachliche scherzhafte Latinisierung zu „Lappen“ ist.
„Reflexion“ wird mit -x- geschrieben, weil das Wort zwar letztlich auf das lateinische Verb „reflectere“ (zurückbiegen) zurückgeht, das aber selbst schon im Perfekt („reflexi“ = ich habe zurückgebogen) und im Partizip II („reflexus, -a, -um“ – zurückgebogen) das -x- aufweist – und auch in der Substantivierung „reflexio“ (das Zurückbeugen), aus der unser Substantiv „Reflexion“ abgeleitet ist.
„Ressource“ schreibt man mit -ss-, weil es aus französisch „ressource“ (Hilfsmittel, Erwerbsquelle) entlehnt wurde.
„Schlafittchen“ wird mit -f- geschrieben, weil es mit „Fittich“ (Flügel) zu tun hat.
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